Die Qualität eines Öls beginnt nicht erst in der Flasche. Sie beginnt bereits beim Samen, der Nuss und der Verarbeitungsweise.
Vielleicht sind Ihnen schon Begriffe wie Kaltpressung (Kaltgepresst), RAW oder natives Öl begegnet. Diese werden oft zusammen verwendet, aber jeder bedeutet etwas anderes – das sorgt oft für Verwirrung.
Schauen wir uns in Ruhe an, was die einzelnen Begriffe bedeuten und warum sie die Eigenschaften und die Verwendung des Öls beeinflussen können.
Kaltgepresst bedeutet, dass das Öl mechanisch ohne hohe Temperaturen und ohne chemische Lösungsmittel gewonnen wird.
Kerne oder Nüsse werden langsam und schonend ausgepresst, damit möglichst viel vom natürlichen Charakter der Rohware erhalten bleibt.
Die Samen werden meist nicht geröstet oder chemisch behandelt.
Das Ergebnis ist ein natives Öl mit natürlicher Farbe, Duft und den Eigenschaften der jeweiligen Pflanze.
Daher sind kaltgepresste Öle meist aromatischer und oft empfindlicher in der Lagerung als raffinierte Speiseöle.
Natives Öl wird rein mechanisch gewonnen – also durch Pressen – ohne chemische Reinigung oder Raffination.
Nach dem Pressen wird es meistens nur stehen gelassen oder gefiltert. Dadurch bleibt ein Teil der natürlichen Inhaltsstoffe und der Charakter des Ausgangsmaterials erhalten.
Jede Rohware verhält sich dabei etwas unterschiedlich. Manche Öle sind mild und leicht, andere kräftiger oder dickflüssiger. Das ist kein Fehler, sondern ein natürlicher Ausdruck der Samen oder Nüsse.
Diese Begriffe werden oft durcheinandergebracht, sind aber nicht identisch.
Das Öl wird mechanisch ohne hohe Temperaturen gepresst. Der natürliche Charakter bleibt erhalten.
Typische Eigenschaften kaltgepresster Öle:
RAW-Qualität bedeutet normalerweise, dass während der Herstellung keine hohen Temperaturen angewendet werden, die den Charakter der Pflanzen verändern könnten.
Dies ist jedoch kein gesetzlich exakt definierter Begriff. Jeder Hersteller kann leicht unterschiedliche Temperatur-Grenzen ansetzen. Es macht Sinn, auch auf die Herstellungsmethode und Herkunft des Öls zu achten.
Raffinierte Öle werden industriell weiterverarbeitet – etwa gereinigt, entfärbt oder desodoriert.
Das Ergebnis ist ein neutralerer Duft, mehr Stabilität und längere Haltbarkeit. Dafür entfernt sich das Öl jedoch von den Eigenschaften der Ursprungspflanze.
Weder die eine noch die andere Methode ist automatisch „gut“ oder „schlecht“. Es kommt darauf an, wie und wofür Sie das Öl nutzen möchten.
Bei Ölen ist die Qualität der Ausgangsstoffe wirklich entscheidend.
Sind Kerne oder Nüsse minderwertig, lange gelagert oder vor dem Pressen zu stark erhitzt, kann das Endprodukt dies meist nicht mehr wettmachen.
Achten Sie beim Öl auf folgende Kriterien:
Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste Auswahl und Verständnis der Unterschiede.
Kaltgepresste Öle reagieren empfindlicher auf Licht, Wärme und Luft.
Das hilft:
Jedes Öl hat seine eigenen Eigenschaften und empfohlene Anwendungen. Probieren Sie mit kleinen Mengen, was Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.
Und genau das macht natürliche Rohstoffe so interessant – sie sind nie völlig standardisiert. Jede Charge, jeder Samen, jedes Öl ist ein wenig anders.
Natürliche Öle werden vielfältig in der selbstgemachten Kosmetik und täglichen Pflege verwendet.
Typische Verwendung:
Jedes Öl bringt unterschiedliche Eigenschaften, Aufnahmefähigkeit und Charakter mit. Gerade diese Möglichkeit der Auswahl ist der Grund, warum viele Menschen zu schlichteren, verstehbaren Rohstoffen greifen.
Wenn Sie mit natürlichen Ölen starten möchten, machen Sie es einfach. Man braucht keine Dutzende Rohstoffe oder komplizierte Rezepte. Oft genügt ein hochwertiges Öl und etwas Zeit, um herauszufinden, was Ihnen guttut.
Rohstoffe und weitere Inspirationen fürs Selbermachen finden Sie bei Ekokoza. Und bei Unsicherheit zu Wahl oder Anwendung beraten wir Sie gern.
Kaltgepresst bedeutet mechanische Pressung ohne hohe Temperaturen und chemische Lösungsmittel.
Nicht ganz. RAW steht meist für schonende Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen, ist aber rechtlich nicht exakt definiert.
Weil sie nicht raffiniert oder stark verarbeitet wurden. Sie bewahren den natürlichen Charakter, sind aber sensibler gegenüber Licht, Wärme und Luft.
Am besten kühl, dunkel und gut verschlossen. Besonders empfindlich sind sie gegenüber Licht und Wärme.
Viele pflanzliche Öle werden in DIY- und Naturkosmetik genutzt, es kommt jedoch immer auf den Öltyp und die Art der Anwendung an.
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