Natürliches Sonnenbaden ist in den letzten Jahren ein immer häufigeres Thema. Einige Menschen suchen nach einfacheren Kosmetikformulierungen, andere wollen besser verstehen, was sie verwenden, und manche möchten einfach ihre eigene Sommerpflege zu Hause herstellen.
Genau dann tauchen oft Informationen über pflanzliche Öle und deren angebliche Fähigkeit auf, die Haut vor der Sonne zu schützen. Am häufigsten ist die Rede von Himbeeröl , Möhrenöl , Kokosöl oder Sheabutter .
Doch rund um den SPF von Pflanzenölen herrscht viel Verwirrung. Die Werte unterscheiden sich von Artikel zu Artikel, einige Informationen stammen aus älteren Studien, andere sind nur verbreitete Internet-Mythen ohne größeren Kontext.
Das bedeutet jedoch nicht, dass pflanzliche Öle keinen Platz in der Sommerpflege haben. Es ist nur ratsam, ihre Grenzen zu verstehen und sie mit realistischen Erwartungen zu nutzen.
Es ergibt Sinn. Pflanzliche Öle sind den Menschen vertraut, sie werden häufig in der Kosmetik eingesetzt und viele davon pflegen die Haut, machen sie geschmeidig und helfen ihr, die sommerlichen Belastungen zu meistern.
Gleichzeitig gibt es oft den Versuch, klassische Sonnenschutzmittel rein durch Naturprodukte zu ersetzen. Genau hier ist Vorsicht geboten.
Aktuelle Erkenntnisse bestätigen nicht, dass pflanzliche Öle allein einen verlässlichen Ersatz für den klassischen Sonnenschutz bieten können. Manche Öle können teilweise UVB-Strahlung absorbieren, bieten jedoch meist keinen stabilen, nachgewiesenen Schutz in dem Maße, wie wir es von herkömmlichen Sonnenschutzmitteln erwarten.
SPF – Sun Protection Factor – bezeichnet den Schutz vor UVB-Strahlung, also jener Strahlung, die Sonnenbrand verursacht.
Brennt die Haut beispielsweise ohne Schutz nach 20 Minuten, verlängert ein Produkt mit SPF 15 diese Zeit theoretisch um das Fünfzehnfache.
In der Praxis hängt dies jedoch auch von der Intensität der Sonne, der aufgetragenen Produktmenge, Schwitzen, Baden, Hautempfindlichkeit und dem regelmäßigen Erneuern der Schutzschicht ab.
Beim Sonnenbaden ist es wichtig, an beide Arten von UV-Strahlung zu denken. UVB steht vor allem mit Sonnenbrand in Verbindung. UVA dringt tiefer in die Haut ein und trägt zu deren frühzeitigen Alterung bei.
Die meisten Pflanzenöle bieten nur einen begrenzten Schutz gegen UVB und der Schutz vor UVA ist meist unzureichend oder unklar.
Bei klassischen Sonnenschutzprodukten wird der SPF unter genau definierten Laborbedingungen gemessen. Bei pflanzlichen Ölen ist die Situation komplizierter.
Daher sollten genaue SPF-Zahlen bei Pflanzenölen nur als grobe Orientierung betrachtet werden, nicht als zuverlässige Schutzgarantie.
Himbeeröl gehört zu den meistgenannten Ölen im Zusammenhang mit natürlichem Sonnenschutz. Es werden sehr hohe SPF-Werte genannt, deren Bestätigung jedoch nicht eindeutig ist.
In der Kosmetik wird es zur Pflege strapazierter Haut eingesetzt und kann eine angenehme Zutat für sommerliche Ölmischungen oder die Pflege nach dem Sonnen sein.
Beim Möhrenöl ist die Bezeichnung oft problematisch. Manchmal ist damit das Öl aus Karottensamen, ein anderes Mal ein Mazerat aus der Karottenwurzel gemeint.
Möhrenöle werden in der Kosmetik für die Pflege von sonnenbeanspruchter Haut sowie als Bestandteil sommerlicher Rezepte verwendet. Beim Arbeiten mit ätherischen Ölen sollte immer die empfohlene Dosierung eingehalten und ein Verträglichkeitstest gemacht werden.
Kokosöl und Sheabutter sind Klassiker der Haushaltskosmetik. Sie pflegen die Haut, helfen, Austrocknung zu verhindern, und werden häufig in Körperbuttern oder After-Sun-Balsamen eingesetzt.
Ihr SPF ist jedoch relativ niedrig, daher reichen sie als alleiniges Sonnenschutzmittel bei längerem Aufenthalt in starker Sonne nicht aus.
Auch Avocadoöl oder Olivenöl werden oft mit natürlichen Hautschutz in Verbindung gebracht.
Beide Öle sind nährend, enthalten Fettsäuren und werden in einer Vielzahl von Kosmetikrezepten verwendet.
Als pflegende Komponente sommerlicher Kosmetik haben sie ihren Platz, sind aber kein vollwertiger Ersatz für Sonnencreme.
Eine vernünftigere Vorgehensweise ist es, pflanzliche Öle als Teil der Hautpflege, nicht als alleinigen Sonnen-Schutz zu verwenden.
Pflanzenöle reagieren empfindlich auf Licht, Wärme und Luft. Bei unsachgemäßer Lagerung oxidieren sie und verlieren nach und nach an Qualität.
Wer seine eigene Sommerkosmetik herstellen möchte, ist mit einer Kombination aus pflanzlichen Ölen und mineralischen UV-Filtern, zum Beispiel Zinkoxid oder Titandioxid , meist auf der sichereren Seite. Auch bei Eigenproduktionen muss aber bedacht werden, dass das exakte SPF nur durch Labortests bestimmt werden kann.
Pflanzliche Öle können ein sehr angenehmer Teil der Sommerpflege sein. Sie helfen bei der Rückfettung, Feuchtigkeit und dem Komfort sonnenbeanspruchter Haut.
Gleichzeitig sollte man ihren SPF allerdings nicht überschätzen und sich nicht allein auf sie verlassen.
Wer seine eigene Sommerpflege ausprobieren möchte, sollte einfach und in kleinen Mengen beginnen. Rohstoffe, Rezepte und Zubehör für Naturkosmetik finden Sie bei uns auf Ekokoza. Und wenn Sie nicht sicher sind, was und wie, melden Sie sich gerne.
Einige Pflanzenöle zeigen einen gewissen Schutz gegen UVB-Strahlung, aber die SPF-Werte sind nicht stabil oder ausreichend nachgewiesen, um wirklich einen klassischen Sonnenschutz zu ersetzen.
Oft werden Himbeeröl, Möhrenöl, Kokosöl oder Sheabutter verwendet.
Kokosöl kann einen leichten Schutz gegen UVB-Strahlung bieten, reicht aber nicht als alleiniger Schutz bei längerem Sonnenaufenthalt.
Ja, eigene Rezepte lassen sich herstellen – oft unter Verwendung mineralischer Filter. Ohne Labortest sind aber SPF und Schutzwirkung nicht exakt zu bestimmen.
Am besten in gut verschlossenen Behältern, geschützt von Licht und Wärme. Oxidierte oder ranzige Öle sollten nicht weiterverwendet werden.
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