Erbsensprossen für Haarpflege: Pisum sativum und geschwächtes Haar

Erstellt24.02.2026
Erbsensprossen für Haarpflege: Pisum sativum und geschwächtes Haar
RATGEBER

Pisum sativum – Erbsensprossen als interessanter Wirkstoff für die Haarpflege.

Wenn Sie Ihre eigene Haarkosmetik mischen, suchen Sie womöglich nach Rohstoffen mit einer echten Geschichte, klaren Wirkmechanismen und idealerweise Tests.

Genau das macht den Extrakt aus jungen Erbsentrieben – Pisum sativum – so interessant.

Auf den ersten Blick ist es eine gewöhnliche Erbse. In Wirklichkeit jedoch ein hochentwickelter kosmetischer Rohstoff, der für die Pflege der Kopfhaut und geschwächtem Haar eingesetzt wird.

Was passiert, wenn Haare ausfallen?

Haare wachsen nicht ununterbrochen – jedes Haarfollikel durchläuft drei Hauptphasen:

  • Anagen – aktive Wachstumsphase
  • Catagen – Übergangsphase
  • Telogen – Ruhephase, nach der das Haar natürlicherweise ausfällt

Bei gesunder Kopfhaut befindet sich der Großteil der Haare in der anagenen, also der Wachstumsphase. Bei verstärktem Haarausfall verschiebt sich dieses Verhältnis – es gibt mehr Haare in der Telogenphase, also in der Ruhephase.

Genau hier macht Pisum sativum in der kosmetischen Pflege Sinn.

Wie beeinflusst Pisum sativum den Haarzyklus?

Das Interessante an diesem Extrakt ist, dass er nicht nur gefühlt auf der Haaroberfläche wirkt.

Er arbeitet mit dem Prinzip der Zellkommunikation im Haarfollikel, insbesondere im Bereich der dermalen Papille, die für die Steuerung des Haarzyklus wichtig ist.

Studien haben gezeigt, dass der Extrakt aus jungen Erbsentrieben die Expression zweier wichtiger Wachstumsfaktoren fördert:

  • FGF7 – Fibroblast Growth Factor 7
  • Noggin

Diese Moleküle sind mit dem Start einer neuen Haarwachstumsphase verbunden.

Was heißt das praktisch?

Noggin hilft, die Telogenphase zu verkürzen, indem es den Haarfollikel unterstützt, schneller zurück in die Anagenphase zu gelangen.

FGF7 signalisiert den Haarstammzellen, aktiv zu werden und den neuen Haarzyklus einzuleiten.

Die Haarwurzel erhält also einen sanften Impuls für das Wachstum. Kein aggressiver Eingriff, sondern eine smarte Signalgebung genau dort, wo sie Sinn ergibt.

Konkrete Ergebnisse? Ja, es gibt Zahlen

Bei einer Anwendung von 4 % über drei Monate wurden in der Studie folgende Resultate beobachtet:

  • Reduktion des Anteils an Telogenhaaren um 28,3 %
  • Erhöhung des Anteils an Anagenhaaren um 7,9 %
  • Erhöhung des Wachstumskoeffizienten, also der Anagen/Telogen-Relation, von 4 auf 7,2

Außerdem berichtete die Mehrheit der Probanden von weniger Haarausfall und ein Teil sogar über verbessertes Nachwachsen der Haare.

Es muss aber ehrlich gesagt werden: Der kosmetische Rohstoff behandelt nicht die Ursache des Haarausfalls. Bei auffälligem, plötzlichem oder langanhaltendem Haarausfall sollten Sie auch einen Arzt aufsuchen. In selbstgemachter Haarkosmetik kann Pisum sativum jedoch ein interessanter Wirkstoff für die regelmäßige Pflege der Kopfhaut sein.

Warum gerade junge Erbsensprossen?

Junge Triebe sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, insbesondere Isoflavonen.

Diese Stoffe:

  • schützen die Pflanze in ihrer verletzlichsten Phase,
  • wirken antioxidativ,
  • können phytoöstrogene Aktivität aufweisen.

Die hohe Konzentration an bioaktiven Stoffen in der jungen Pflanze ist vermutlich einer der Gründe für den Einsatz von Erbsentriebextrakt in Kosmetik zur Stärkung der Kopfhaut und Vitalität des Haares.

Wie setze ich Pisum sativum zu Hause ein?

Sie können ihn vor allem in Produkten verwenden, die auf der Kopfhaut verbleiben und genügend Zeit zum Einwirken haben:

  • Leave-in Haar-Tonikum,
  • leichtes, wässriges Serum für die Kopfhaut,
  • Kur, die mit Pipette direkt an den Haarwurzeln aufgetragen wird,
  • Gel-Basis mit feuchtigkeitsspendenden Stoffen.

Ideal ist die regelmäßige Anwendung, z.B. morgens und abends, sowie eine leichte Kopfmassage. Das unterstützt die Verteilung und Durchblutung der Kopfhaut.

Sehr gut kombinierbar beispielsweise mit:

Aktivstoffe, die Sie mit Pisum sativum kombinieren können

Für wen ist Pisum sativum sinnvoll?

Pisum sativum macht Sinn in der kosmetischen Pflege:

  • bei verstärktem Haarausfall nach Stress,
  • bei hormonellen Schwankungen,
  • bei geschwächtem Haar nach Krankheit,
  • bei langanhaltender Haarverdünnung,
  • als Teil der regelmäßigen Kopfhautpflege.

Erwarten Sie kein Wunder über Nacht. In der Haarpflege sind Regelmäßigkeit, Sanftheit und Geduld entscheidend. Der Haarzyklus braucht seine Zeit – der erste gute Schritt ist, einen einfachen Ablauf zu wählen, den Sie regelmäßig wiederholen können.

Rezept: Leichtes Haartonikum mit Pisum sativum 50 g

Wirkung: Leichtes Leave-in-Tonikum zur Pflege der Kopfhaut, geeignet bei geschwächtem Haar und verstärktem Haarausfall.

Geeignet für: Kopfhaut, feines Haar, regelmäßige Anwendung bei den Haarwurzeln.

Zutaten

  • Destilliertes Wasser oder geeignetes Blütenwasser: 45,3 g
  • Pisum Sativum Erbsenextrakt: 2 g / 4 %
  • Panthenol Provitamin B5 75%: 1 g / 2 %
  • Glycerin: 1 g / 2 %
  • Koffein wasserfrei: 0,25 g / 0,5 %
  • Xanthan-Gummi: 0,15 g / 0,3 %
  • Cosgard: 0,3 g / 0,6 %

Rohstoffe für das Rezept bei Ekokoza

Anleitung

  1. Desinfizieren Sie die Arbeitsfläche, Utensilien und das Behältnis, das Sie verwenden.
  2. Lösen Sie das Koffein in einem Teil des erwärmten Wassers auf. Rühren Sie, bis keine Kristalle mehr sichtbar sind.
  3. Mischen Sie Xanthan-Gummi in einer kleinen Schale mit Glycerin. So entsteht ein glatter Brei, der sich besser einarbeiten lässt.
  4. Füllen Sie das restliche Wasser in das Hauptgefäß, geben Sie das Glycerin-Xanthan-Gemisch dazu und rühren Sie gut um.
  5. Lassen Sie das Gel 10–15 Minuten hydratisieren und rühren Sie nochmals um.
  6. Sobald die Mischung unter 40 °C ist, fügen Sie Panthenol und Pisum Sativum zu.
  7. Abschließend Cosgard ergänzen und alles gut vermischen.
  8. pH-Wert prüfen. Für die Kopfhaut eignet sich etwa pH 5–5,5.
  9. In eine gereinigte Tropfflasche oder einen Applikator füllen.

Anwendung und Lagerung

Tragen Sie eine kleine Menge direkt an den Haarwurzeln auf und massieren Sie es sanft in die Kopfhaut ein. Kein Ausspülen nötig. Für eine regelmäßige Kur 1–2× täglich, je nach Verträglichkeit, verwenden.

Kühl und in sauberem Behältnis aufbewahren, nicht direkter Sonne und Wärme aussetzen. Innerhalb von 2–3 Monaten verbrauchen. Vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Stelle machen. Bei Reizungen nicht weiter verwenden.

FAQ:

Was ist Pisum sativum?

Pisum sativum ist der lateinische Name für Erbse. In der Kosmetik verwendet man Extrakte aus jungen Trieben oder Erbsenteilen, die bioaktive Stoffe wie Proteine, Aminosäuren und weitere Pflanzenbestandteile enthalten.

Eignet sich Pisum sativum bei Haarausfall?

Haarkosmetik mit Pisum sativum wird als unterstützende Pflege bei Kopfhautproblemen und geschwächtem Haar eingesetzt. Die eigentliche Ursache von Haarausfall wird nicht behandelt, es kann aber ein interessanter Wirkstoff einer regelmäßigen Haarkur sein.

Wie häufig sollte man das Haartonikum mit Pisum sativum verwenden?

Regelmäßige Anwendung 1–2× täglich ist sinnvoll. Beginnen Sie lieber mit kleinen Mengen und beobachten Sie, wie die Kopfhaut reagiert.

Muss das Haartonikum konserviert werden?

Ja. Wenn ein Rezept Wasser oder Blütenwasser enthält, ist ein geeignetes Konservierungsmittel notwendig. Wasserbasierte Kosmetik ohne Konservierung ist nur sehr kurz haltbar und kann mikrobiell verderben.

Kann man Pisum sativum mit Koffein oder Panthenol kombinieren?

Ja, in selbstgemachter Haarkosmetik kombinieren Sie es gut mit Koffein, Panthenol, Niacinamid oder feuchtigkeitsspendenden Stoffen. Wichtig ist, die empfohlene Dosierung einzuhalten und die Rezeptur nicht mit zu vielen Wirkstoffen zu überladen.

Zusammenfassung

Pisum sativum ist ein interessanter Wirkstoff aus der Erbse, der in der Kosmetik vor allem für die Pflege der Kopfhaut und für geschwächtes Haar verwendet wird. Das Besondere daran ist weniger ein schneller Effekt, sondern das clevere biologische Prinzip und die regelmäßige Anwendung.

Wer eigene Haarkosmetik mischt und einen Wirkstoff mit klarer Geschichte und praktischer Anwendung sucht, sollte Extrakt aus jungen Erbsentrieben in Betracht ziehen. Starten Sie einfach: zum Beispiel mit einem leichten Haartonikum, sauberen Utensilien und regelmäßiger Anwendung. Rohstoffe finden Sie bei uns auf Ekokoza. Bei Unsicherheiten in Dosierung oder Zubereitung beraten wir Sie gerne.

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